Frankfurter Hauptschule mit Capri Batterie

Ja, es ist gerade schwer mit Urlaub und auch Ausflüge sollten in Zeiten der Corona-Pandemie nicht allzu weit weg von der eigenen Haustüre führen. Das ist nicht großartig, aber auch nicht ganz so schlimm. Es gibt so viele schöne Fleckchen in ganz Deutschland – man muss sie nur finden.

Der Droste-Verlag hilft da mit seiner Buchreihe „Glücksorte“ weiter: Es sind bereits unzählige Bände – von Aachen bis Zürich und die Reihe wird stetig ergänzt. Dabei ist das Schema immer gleich, ihr habt einen Reiseführer mit ganz besonderen Tipps – charmant und außergewöhnlich. Unlängst erschienen: „Glücksorte im Nordschwarzwald“ und da es dabei ja um meine Heimat geht, habe ich diesen Band einmal genauer für Euch unter die Lupe genommen.

„Fahr hin und wird‘ glücklich“ so der Untertitel des Buches, das die Autorin Birgit Jennerjahn-Hakenes geschrieben hat. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie lebt in dem Gebiet, das sie vorstellt – und so ist das bei den meisten Autoren der Reihe. Aber da Glück ja etwas ganz Individuelles ist und für jeden Leser eine andere Bedeutung hat, schauen wir uns erst einmal an, wie das Buch „Glück“ überhaupt definiert. Auch wenn die Themen viele Facetten haben, kann man „Glück“ als essen, trinken, erleben zusammenfassen – und so mancher wird wohl auf der „Wildline“-Höhenbrücke bei Bad Wildbad eher Panik als Glück empfinden, aber auch für die Zartbesaiteten gibt es viele gute Anleitungen zum Glücklichwerden. Nun sind das mitunter wahrlich nicht immer Geheimtipps, vieles haben auch andere Reise- und Wanderführer schon ausführlich beackert, aber die „Glücksorte“-Bücher stellen diese Orte nochmal auf eine andere Art vor – mit viel Poesie. Allerdings muss man nüchtern betrachtet auch sagen: Es ist schon auch viel Werbung dabei: Boutiquen, Galerien, Cafés – da gibt es natürlich auch viele andere, die mindestens genauso glücklich machen, wie die, die im Buch aufgeführt werden – das ist ein bisschen schade und trübt den Lesespaß bei einem ansonsten tollen Buch. Aber weiter zu den „kostenlosen“ Glücksmomenten – nämlich denen in der Natur.

Ein echter Glücksort – auch für mich – und für alle, die nicht im Murgtal leben, auch ein echter Geheimtipp: Der Katz‘sche Garten in Gernsbach: Direkt an der Murg gelegen, begeistert der kleine Park mit botanischen Exoten und echter Romantik. (Kleiner Tipp von mir: ein paar Häuser weiter ist eine der besten Eisdielen, die ich kenne: es gibt nichts Schöneres, als sich an einem Sonnentag ein Eis zu holen und es im Katz’schen Garten am Flussufer im Sonnenschein zu genießen.) Auch der Kunstweg, der am Ufer des Reihenbachs vom Murgtal steil hinauf nach Reichental führt, ist absolut empfehlenswert. Und gerade jetzt, im Frühling, eine Pracht: Der Krokusweg in Zavelstein. Und für alle, die auf viel PS und starke Motoren stehen, ist sicher auch das Unimog-Museum in Gaggenau ein echter Hit, wenn es denn nach der Pandemie mal wieder aufmacht.

Fazit: Ein schönes Buch, das viele Tipps für Ausflüge in den Nordschwarzwald liefert und sicher für Urlauber eine hervorragende Anleitung ist. Als sehr unangenehm habe ich die hohe Werbelastigkeit empfunden – denn zwischen den echten Tipps werden einfach zu viele kommerzielle Angebote vorgestellt, deren Glücksfaktor – zumindest für mich – oftmals sehr weit hergeholt erscheint. Bäckereien, Unverpacktläden oder scheinbar wahrlos ausgewählte Kunsthandwerker wirken wie Fremdkörper in einem ansonsten charmanten Buch.

Infos zu der Buchreihe: www.gluecksorte.de

 

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